USA Reise: Ostküste, Westküste & Hawaii

Auf einen Blick:

  • Dauer: 6 Wochen
  • Reisezeit: September/ Oktober
  • Reiseform: Flug, Roadtrip, Motel, Hotel

Unsere Reise um die Welt startete an der Ostküste der USA. Von dort aus ging es an die Westküste und weiter nach Hawaii. Unabhängig von den aktuellen Nachrichten über das Land war es für uns beide seit Kindheitstagen ein Traum, „das Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ mit eigenen Augen zu sehen. Wir waren für sechs Wochen in Amerika und haben so einiges gesehen und erlebt. Besonders positiv in Erinnerung geblieben ist uns die Offenheit und das Interesse einiger Amerikaner*innen. So einfach wie in den USA sind wir vorher noch nie in Gespräche mit Fremden gekommen. Uns hat der durchweg positive Kontakt und Austausch mit den Menschen zuversichtlich gestimmt. Was wir auf jeden Fall unterschätzt haben, sind die Kosten. Mietwagen und Spritpreise sind ziemlich günstig, Unterkünfte und Kosten für Lebensmittel sind dafür umso teurer.

New York

Die Stadt, die niemals schläft haben wir am späten Abend erreicht. Wir waren nach der Anreise ziemlich geschafft und hatten auf der Ostseite des Central Parcs doch etwas Probleme noch etwas zum Essen zu bekommen. Der anfangs genannte Spruch gilt also nicht für die ganze Stadt, war unsere erste Erkenntnis. Im Endeffekt waren wir vier Tage in NYC. Wir sind in einem zentralen Hostel untergekommen. Das Preis-Leitungsverhältnis passte aber leider gar nicht. Unsere Weltreise begann in einem wackeligen Etagenbett in einem sechs qm² Zimmer. Das Beste am Zimmer war echt nur die Lage. Ansonsten gefiel uns beiden aber sehr die Atmosphäre der Stadt. Die Stadt hat einiges zu bieten und zu erkunden. Ein guter Startpunkt für eine Reise.

Unsere Highlights und Empfehlungen für New York sind folgende:

Joggen gehen im Central Park. Der Park ist bis auf wenige Ausnahmen autofrei und man kann auf einer rund 10 km langen asphaltierten Strecke das grüne Herz von Manhattan umrunden. Ein toller Start in den Tag!

Roosevelt Island. Mit der Tramway hat man einen tollen Blick auf einen Teil von Manhattan und den East River. Drüben angekommen, kann man den Trubel der Stadt etwas hinter sich lassen, da die Insel nicht so stark frequentiert ist. Außerdem hat man einen wunderbaren Ausblick auf die Skyline von Manhattan.

National History Museum. Nicht nur ein absolutes Muss für jeden „Nachts im Museum“ Fan, sondern auch ein guter Zeitvertreib an regnerischen Tagen. Neben der dauerhaften Ausstellungen ist auch das Hayden Planetarium empfehlenswert. Für Marius war es etwas zu entspannend in der Vorstellung. Er ist nach etwa der Hälfte eingeschlafen. Man liegt aber auch eher, als das man sitzt während man dem Urknall zuschaut. Die Lobby sieht übrigens nicht so aus, wie im genannten Film dargestellt.

Staten Island Ferry zum Sonnenuntergang. Man hat einen traumhaften Blick auf New Yorks Skyline und die Freiheitsstatue. Und das für wenige Dollar pro Person, da es sich um ein öffentliches Verkehrsmittel handelt.

Highline. Die Highline ist eine begrünte und stillgelegte Bahntrasse. Für uns war es ein abwechslungsreicher Spaziergang in einer grünen Oase. Und das über dem beschäftigten Verkehr von NYC.

Liberty Island und Ellis Island. Die Standard-Tour ist unkompliziert online zu buchen und gehört einfach dazu. Pro Person haben wir rund 23€ bezahlt. Insbesondere die Statue of Liberty von Dichtem zu bestaunen und auf Ellis Island mehr über die Beweggründe der Migration in die USA zu erfahren war einprägsam und ist höchst aktuell.

Yellowstone Nationalpark

Wir sind von NYC nach Jackson Hole geflogen. Das hat uns ordentlich Kilometer und Zeit sparen lassen. Vor Ort hatten wir einen neuntägigen Aufenthalt und einen Mietwagen. Der Weg vom kleinen Flughafen zur Unterkunft führte uns durch den Grand Teton Park und durch den Südeingang in den Yellowstone Nationalpark. Der Ausblick entlang des Snake Rivers war schonmal phänomenal!

Unser erster Fehler im Yellowstone war aber wieder einmal die Wahl der Unterkunft. Wir dachten uns, eine Unterkunft außerhalb des Parks, wäre ein vernünftiger Sparfaktor. Auch wenn wir vor der Buchung Google Maps für die Entfernungen gecheckt haben, haben wir die Distanzen komplett unterschätzt. So kam es, dass wir nach der atemberaubenden Fahrt in der Kleinstadt Powell gelandet sind.

Powell, unsere Kleinstadterfahrung

Aus der Not heraus haben wir der Stadt zwei Tage zum Kennenlernen gegeben. Außerdem benötigten wir die Zeit zum Entspannen. Durch die Fehlentscheidung konnten wir eine typische amerikanische Kleinstadt erkunden. Eine Erkenntnis, die den Gesamteindruck unserer USA – Erfahrung nur „runder“ gemacht hat! Powell zu besuchen ist aber dennoch kein Reisetipp. Vielmehr lohnen sich die nahegelegene Bighorn Canyon National Recreation Area und der nahegelegene Big Horn Medicine Wheel Trailhead. Ersteres ist ein Gebiet, das für Menschen mit Outdoor-Ambitionen einiges zu bieten hat und letzteres ist ein sehr alter Ort mit ritueller Nutzung für die Native Americans. Die Anlage ist tausende von Jahren alt und wird immer noch für Zeremonien genutzt. Besonders einprägsam war für uns ein Gespräch mit einer Rangerin, die als Bindeglied zwischen den Natives und der Lokalregierung fungiert und uns etwas über ihre Arbeit erzählt hat.

Nach zwei Übernachtungen in Powell haben wir uns für einen Umzug entschieden. Für die restlichen Tage waren wir in West Yellowstone untergebracht. In unserer Unterkunft fühlten wir uns maximal wohl.

Unsere Empfehlungen für den Yellowstone Nationalpark:

Old Faithful Geysir. Das Gebiet um den Old Faithful Geysir ist sehr lohnenswert zu besichtigen. Am Old Faithful ist es zum Zeitpunkt des „Ausbruchs“ besonders frequentiert, sobald man aber die Hauptwege verlässt, findet man wirklich ruhige Orte und ist immer noch in der Nähe von anderen Menschen. Trotz gemietetem Bärenspray mussten wir uns die ersten Tage erstmal an die wilde Natur herantasten und waren weniger im „Out of nowhere“ unterwegs.

Mammoth Hot Springs. Das kalziumhaltige Gestein ist sehr hell und bietet mit seiner weißen Farbe und seinen natürlichen Terrassen einen tollen Kontrast.

Grand Prismatic Spring. Wie die anderen beiden Highlights sollte man auch diese heiße Quelle im Yellowstone gesehen haben. Es bietet sich an, bei der Grand Prismatic Spring sehr früh morgens aufzuschlagen. Dadurch entgeht man den Reisebussen und den Menschenmengen.

Wenn man sich jedoch zwischen einer heißen Quelle entscheiden müsste, würde ich den Old Faithful Geysir empfehlen.

Einfach treiben lassen. Am tollsten waren unabhängig von den o.g. Sehenswürdigkeiten die Begegnungen und Erlebnisse auf der Fahrt durch den Park. Man kann für die tolle Natur hinter jeder Kurve anhalten und wilde Tiere beobachten. Besonders spannend fanden wir Bisonherden und eine Bärenbegegnung. Ein Jungbär war unweit der Straße unterwegs und diese Begegnung hatten wir nahezu für uns alleine.

Tipp

Für die Nationalparks, außer dem Coral Pink Sand Dunes State Park (siehe weiter unten), haben wir den „Annual Pass“ für 80 Dollar erworben. Dieser Pass ermöglicht den Insassen eines normalen PKWs den Eintritt in die Nationalparks.

Las Vegas

Sin City war für uns nur ein Zwischenstopp zwischen dem Yellowstone und einem weiteren Roadtrip. Die Stadt hatte uns für eine Nacht und diese reichte uns auch. Nach der Natur war die Stadt eine reine Reizüberflutung. So oder so war es dennoch eine Erfahrung, die wir gerne mitgenommen haben. Untergebracht waren wir im Paris. Wir waren noch im Restaurant Olive Garden gegessen, wo wir mächtig mit den großen Portionen, den kostenlosen Brotsticks und den Getränken, die andauernd nachgefüllt wurden, zu kämpfen hatten. Nach einem kleinen Spaziergang entlang des Las Vegas Boulevards mit einem Halt zur Fontänen -Show des Bellagios ging es für uns ins Bett.

Wir haben für Las Vegas leider keine weiteren Empfehlungen für euch.

Zion Nationalpark

Von Las Vegas ging es gut vier Stunden in die Nähe vom Zion Nationalpark. Genauer gesagt nach Hildale. Wieder einmal waren wir unzufrieden mit der Unterkunftswahl. Immerhin war der Nationalpark dieses Mal unter einer Stunde zu erreichen. Das Hotel war uns äußerst suspekt. Wir waren nicht nur die einzigen Gäste vor Ort, das Hotel hatte auch noch eine düstere Geschichte, die wir erst vor Ort erfahren haben. Vorher ausgiebig die Rezensionen zu lesen ist also eine absolute Empfehlung. Ursprünglich war das Gebäude für Warren Jeffs erbaut worden, den ehemaligen Führer der Fundamentalistischen Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (FLDS). Die FLDS ist eine extrem radikale Abspaltung der Mormonen. Umso mehr hat sich aber der Besuch im Nationalpark gelohnt.

Für den Park haben wir zwei Empfehlungen:

Zunächst bietet sich an, einen kleinen Roadtrip von Springdale zum Coral Pink Sand Dunes State Park zu machen. So sieht man bereits einiges vom Park, bzw. dessen Felsformationen. Der Dune State Park war für an unserem ersten Besuchstag eine lohnenswerte Notlösung, da wir nicht wussten, dass man nur entlang des Highway 9 fahren kann und nicht entlang des Virgin Rivers. Der Coral Pink Sand Dunes State Park ist ein Utah State Park. Das bedeutet man muss vor Ort Eintritt bezahlen, wenn man wie wir das Kombiticket für alle Nationalparks hat. In dem Park kann man Buggy oder Snowboard fahren. Der feine Sand, der nicht in den Rest der Landschaft hereinpasst, kann aber auch zu Fuß erkundet werden.

Des Weiteren bietet sich an, das Auto am Zion Canyon Besucherzentrum abzustellen und den Shuttlebus zu einem der Wanderwege zu nutzen. Die Alternative zum Shuttlebus wäre so oder so aber nur zu Fuß zu gehen, denn die Zion Canyon Road ist nicht für jeden PKW zugänglich.

Wir haben uns für die kostenlose Busfahrt bis zum Ende der Straße entschieden (Temple of Sinawava) und sind von dort bis zum Ende des Wanderwegs spaziert. Für den Rest der Strecke kann man durch das Flussbett warten. Dafür hatten einige Besucher*innen Neoprenstiefel und dicke Wanderstäbe dabei. Wir verzichteten auf diese Erfahrung, da es so oder so auch etwas zu voll dort war. Somit entschieden wir uns für die Rückfahrt mit dem Shuttle bis zum Angels Landing Trail , haben von dort aus den Lower Emerald Pool besichtigt und sind entlang des Virgin Rivers bis zur Haltestelle „Court of the Patriarchs Down-Canyon“ gewandert. Das letztere Stück war wieder äußerst wenig frequentiert und war schön zu wandern.

Grand Canyon

Ursprünglich war neben dem Besuch des Zion Nationalparks auch ein Abstecher zum Grand Canyon geplant. Aufgrund eines großen Waldbrandes fiel dies jedoch aus. Anstatt dessen entschieden wir uns für eine Führung im Antelope Canyon. Auf eigene Faust kann man diesen nicht besuchen, da er auf Privatgrund liegt und es zu gefährlich sei, den Canyon selbst zu besichtigen. Wir waren von dem Anbieter jedoch maßlos enttäuscht. Es handelt sich viel mehr um eine Foto-/Selfietour und unser Guide war nicht wirklich daran interessiert uns mehr zu zeigen, als die besten Spots für gute Bilder. Sehenswert ist der Ort natürlich trotzdem. Es bietet sich vermutlich auch eher an den Grand Canyon von Las Vegas aus zu besuchen.

Ansonsten können wir folgendes empfehlen:

Horseshoe Bend. Dieser Panoramablick liegt in der Nähe vom Antelope Canyon und liegt wie auch der Grand Canyon am Colorado River. Der Aussichtspunkt war mäßig besucht, gehört jedoch auch einem Unternehmen. Dadurch bezahlt man fürs Parken und den Besuch Eintritt. Der Preis ist jedoch akzeptabel.

Joshua Tree Park

Vom Zion Nationalpark ging es über Las Vegas zum Joshua Tree Park. Die Route führte uns mehrere Stunden durch die Mojave Wüste. Wieder einmal wurden uns die Weiten in den USA bewusst. Wir sind teilweise ein paar Stunden an keinem Gebäude entlang gekommen. Unser Ziel war Twentynine Palms. Dort haben wir ein klassisches Motel Zimmer gebucht. Begrüßt hat uns die Zivilisation mit zunächst mit vereinzelten Hütten von Lebenskünster*innen und später eine ganz „normale“ Kleinstadt mit McDonalds und Motels.

Unsere Empfehlungen für den Joshua Tree Park und die Umgebung:

grnd sqrl. Ein kultiges Restaurant in 29Palms mit leckerem Bier und tollen vegetarischen Burgern! An dem Abend unseres Besuches gab es zudem Livemusik.

Cholla Cactus Garden. Ein kleiner Rundgang inmitten der Wüste, wo man diese schönen Kakteen besichtigen kann.

Hidden Valley Nature Trailhead. Ein ebenfalls schöner Rundgang durch die Wüste entlang von Felsformationen, die echt unecht aussehen. Bei diesem haben wir auch nochmal nach Sonnenuntergang verweilt, um den Sternenhimmel zu bestaunen. Die Milchstraße haben wir leider nicht extrem klar gesehen, aber man sieht schon mehr Sterne als sonst so.

Meiner Ansicht nach kann man auf den „Skull Rock Trail“ und den „Arch Rock Nature Trail“ durchaus verzichten, da viele nur wegen eines Bildes dorthin fahren.

Los Angeles

Los Angeles war ein logischer Stopp auf unserem Roadtrip. Neben den unten genannten Highlights haben wir drei Nächte in der Stadt verbracht. Der Walk of fame hat uns geschockt. Sobald man sich ein paar Meter vom Chinese Theatre entfernt hat, war dieser berühmte Gehsteig wirklich heruntergekommen und roch mehr nach Urin als nach Ruhm. Für uns waren drei Tage völlig ausreichend.

Unsere Empfehlungen für LA:

Griffith Observatory. Die berühmte Sternwarte und das Planetarium liegt im Südhang des Mount Hollywoods und bietet einen wunderbaren Ausblick auf das Hollywood Sign und über die Stadt. Außerdem ist das Museum kostenlos und bietet eine willkommene Abkühlung, wenn es draußen wärmer ist. Wir haben auf dem kostenlosen Parkplatz vom griechischen Theater geparkt und haben den Aufstieg als kleine Herausforderung genommen.

Santa Monica Pier. Der Pier ist wirklich ikonisch. Wir haben eine Portion Pommes gegessen und den Sonnenuntergang genossen. Zum Abschluss gab es noch ein Softeis. Mit der Achterbahn wollten wir aber nicht fahren, uns genügte das Zuschauen.

Venice Canal Historic District und Venice Beach. Am Venice Beach hat uns insbesondere das genannte Wohnviertel gefallen. Es war schön zu sehen, wie liebevoll einige Grundstücke angelegt waren. Anschließend sind wir durch den Abbot Kinney Blvd spaziert. Dort gibt es einige nette Cafés und Geschäfte.

Beverly Hills. In LA gibt es Bustouren, bei denen man an Häusern von VIPs vorbeifährt und auf deren Grundstücke gucken kann. Kann man machen, wir haben uns entschieden einfach so durch Beverly Hills zu schlendern, um den Vibe etwas aufzusaugen.

Jimmy Kimmel Show. Wir hatten Karten für den 17. September. Man kann sich online für die Karten bewerben und wird dann ausgelost. Leider war es der Tag, an dem die Show kurzfristig abgesetzt wurde. Es blieb dabei, dass wir in der Schlange vor dem Studio standen. Ansonsten finden wir das Konzept mit dem Losverfahren gut und hätten gerne bei der Show zu gesehen.

Zwischen LA und San Francisco

Für diese Etappe haben wir uns zwei Übernachtungen lang Zeit genommen. Diese Strecke hatte wirklich Roadtrip Charakter.

Unsere Empfehlungen:

Malibu Beach. Wenn man Glück hat, bekommt ein Parkplatz am Straßenrand. Wir fanden insbesondere das klare Wasser und den sauberen Strand schön anzusehen. Zudem tummelten sich ein paar Surfer*innen im Wasser. Insbesondere Longboarder waren unterwegs. Auch das war schön mit anzusehen.

Solvang. Auf diese kleine Stadt sind wir zufällig gestoßen. Die Stadt wird auch dänische Hauptstadt der USA genannt. Besonders auffallend sind die vielen Fachwerkhäuser und dänische Wörter auf Schildern und Plakaten. Uns hat es in ein Café verschlagen. Dort gab es zu einem Kaffee eine Zimtschnecke. Uns hat die Stadt von der Architektur her etwas an ein Outletcenter erinnert. So oder so war es jedoch schön ein Stück unseres deutschen Nachbars und Vertrautheit dicht bei uns zu haben.

Morro Beach. Dieses kleine Fischerdörfchen gefiel uns besonders gut. Wir waren etwas traurig, dass wir unsere Unterkunft nicht hier hatten. Das Flair war so, wie man wir uns ein Fischerdorf an der Westküste vorstellt haben. Zudem beherbergt die Bucht vor der Stadt einige Otter. Diese kleinen Wesen haben sich zum Zeitpunkt unseres Besuches im Seetang eingerollt, sodass sie nicht wegtreiben. Pelikane flogen zudem auch regelmäßig über uns. Vor Ort genossen wir einen ruhigen Sonnenuntergang.

San Simeon und Cambria. In Cambria kann man in der Main Street kleine Geschäfte, Galerien und Cafés besuchen. Außerdem bietet der Moonstone Beach Boardwalk eine gute Möglichkeit zum Spazieren oder Wandern direkt am Meer. Hier hat sich Californien für uns auch von einer anderen Seite gezeigt. Die Vegetation ist hier deutlich grüner, das Klima ist frischer und die Küsten sind etwas schroffer. Am Abend haben wir uns noch nördlich von San Simeon See-Elefanten angeschaut. Die See-Elefanten haben durchgehend Rülps- und Schnarchgeräusche gemacht und haben sich gelegentlich mit ihren Artgenossen gerangelt.

San Francisco

Ähnlich wie NYC hat uns auch San Francisco begeistert. Wir haben zunächst unseren Mietwagen abgegeben und uns im Maritime Garden auf eine öffentliche Bank gesetzt. Wir hatten einen wunderbaren Blick auf die Golden Gate Bridge, die etwas in den Nebel „Karl“ eingehüllt war und auf Alcatraz. Dazu schien noch die Sonne.

Unsere Empfehlungen für San Francisco:

Laufen gehen am Presidio Wall Playground Park und entlang der Crissy Fields. An einem sonnigen Tag ist es wirklich cool neben sich die Golden Gate Bridge zu sehen beim Laufen. Ein Moment, der sich bei mir eingebrannt hat, ist dass ich bis zur Brücke gelaufen bin und kurz das Geländer berührt habe. Über die Brücke kann man natürlich auch laufen. Schöner ist es aber schnell wieder ans Wasser oder in den Park zu kommen, da auf der Brücke viel Verkehr herrscht.

Baseball Spiel besuchen. Wir haben ein Spiel der St.Louis Cardinals gegen die San Francisco Giants in der Oracle Arena angeschaut. Für uns war es kulturell absolut bereichernd mitzubekommen, wie die Stimmung ist und was man so im und ums Stadion herum sieht. Zum Spiel gab es eine große Portion Nachos mit Guacamole und Crème Fraîche. Die Karten waren übrigens günstig. Pro Person haben wir etwa 9 Dollar bezahlt.

Castro Viertel. Das queere Viertel ist im wahrsten Sinne des Wortes bunt. Überall hängen LGBTQIA+ Flaggen und immer mal wieder sind die Straßen in bunten Farben angemalt. Das Castro Viertel lädt zum Flanieren ein. Die Häuser der umliegenden Straßen sind auch schön anzusehen. Irritiert haben uns nackte Männer im Viertel. Die Gründe und die Meinungen dafür gehen im Internet auseinander.

Nach dem Castro Viertel sind wir durch Haight-Ashbury gestreift. Das Viertel war in den 60ern das Epizentrum der Hippiebewegung. Heute sind viele bunte Häuser zu erleben. Wir sind nur durch die Haight Street gelaufen. Da unser Ziel für den späten Nachmittag der Golden Gate Park war. Dort haben wir ein kleines Picknick genossen und dem Treiben im Park beigewohnt. In den USA scheint es üblich zu sein, dass Eltern ihre Kinder in Privatunterricht für z.B. Fußball geben. Außerdem scheint San Francisco allgemein eine aktive Stadt zu sein. Einige Leute haben sich zum Sport im Park getroffen.

O’ahu, Hawaii

Nach drei Tagen San Francisco ging es für uns per Flugzeug weiter zur hawaiianischen Insel O’ahu. Vor unserer Reise schwebten uns die Stichworte Waikiki Beach, Surfen, Natur und entspannte Atmosphäre im Kopf herum. Vor Ort war die Erfahrung eher, dass Honolulu sehr gerne von den Amerikanern besucht wird, wie wir Deutsche Mallorca besuchen. Das Bild am Strand von Waikiki ist geprägt von hohen Hotelanlagen. Wie auf Mallorca aber natürlich nicht nur der Ballermann ist findet man auch auf O’ahu schöne Ecken! Unser Guilty Pleasure auf Hawaii waren Acai Bowls. Wusstet ihr, dass der Ursprung der Acai Bowl in Südamerika liegt. Der Trend wurde vermutlich von brasilianischen Surfern importiert.

Unsere Empfehlungen:

Surfen gehen am Waikiki Beach. Von außen betrachtet scheint der Abschnitt sehr stark besucht zu sein. Wenn man aber nicht zur Prime Time kommt, findet man seine Welle. Als Anfänger braucht man keine Angst vor einer Rangordnung oder ähnlichem zu haben. Ich habe mir für 2h ein Board bei Moku Hawaii gemietet und hatte eine gute Zeit auf dem Wasser.

Inseltour. Wenn man wie wir keinen Mietwagen hat und dennoch etwas von der Insel sehen möchte, kann man entweder den öffentlichen Bus nehmen oder eine Tour eines Reiseanbieters nutzten. Wir haben beides gemacht – aber auch insbesondere Letzteres nicht bereut. Anfangs hatten wir die Sorge, es könne eine langweilige und unauthentische Tour sein. Stattdessen wurden wir jedoch komplett überrascht und bekamen eine Tour von einem Local. Der liebe Herr war ein absoluter Entertainer und konnte uns so viel über seine Kultur erzählen.

Kulturelle Veranstaltungen. Das Hawaiian Mission House bietet regelmäßig kulturelle Veranstaltungen an. Wir waren an dem Abend die einzigen Touristen. Die Beschreibung der Abendveranstaltung lautete: „A night of Mo’olelo, Mele, Oli and Hula with Halau Mele and Halau Hula Kamamolikolehua.“ Uns war vorher nur „Hula“, also der Tanz, bekannt. „Mo’olelo“ steht für Geschichten erzählen, Mele steht für Gedicht oder Gesang und wird meist von Hula begleitet. „Oli“ ist Gesang ohne Tanz. Die Veranstaltung findet unter freiem Himmel statt und hat uns außerordentlich gut gefallen.

Mānoa Falls Trail. Mit dem öffentlichen Bus (Haltestelle: Manoa Rd + Opp Kumuone St) sind wir zu dem Wanderweg gefahren. Man war sofort in Mitten eines tollen Regenwaldes. Wir haben die Tour relativ am Ende gemacht und haben es bereut, dass wir nicht mehr von dem Gebiet erkundet haben.

Ehukai Bunker und Banzai Beach. Zur North Shore sind wir ebenfalls mit dem Bus gefahren. Die Busfahrt dauerte gut zwei Stunden. Gelohnt hat sich der Ausblick von den Ehukai Bunkern aber allemal. Die Bunker dienten im Zweiten Weltkrieg als Beobachtungsstellung und sind heute bunt bemalt. Nach der Wanderung gabs zunächst eine große Acaibowl am Strand. Banzai Bowls Sunset Beach ist hierbei eine gute Anlaufstelle. Am Banzai Beach kann man Surfer*innen zuschauen. Als Anfänger sollte man das gefährliche Surfgebiet eher nicht erkunden.

Fazit

Wie bereits angedeutet hat uns die USA positiv überrascht. Von den Städten her haben uns New York und San Francisco besonders zugesagt. Der Roadtrip zwischen LA und San Francisco hat uns von der Abwechslung zwischen der Natur und den Städten gefallen. Als Naturerlebnis war ansonsten insbesondere der Yellowstone Nationalpark ein großes Highlight. Dennoch möchte ich dazu sagen, dass das Konzept der Nationalparks in den USA immer einigermaßen gleich ist. Es ist für uns wie ein „Drive- in“ der in regelmäßigen Abständen mit „Sehenswürdigkeiten“ lockt. Natürlich ist die Natur im Mittelpunkt, man kann das Konzept aber auch kritisieren, da es so wirkt als diene es mehr den Besucher*innen, als der Natur selber.

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